18 Tage Sri Lanka: Tempel, Tee und Tuk-Tuks

Sri Lanka ist ein unglaublich vielfältiges Land: beinahe endlose Teeplantagen, paradiesische Strände, malerische Berge, buddhistische Tempel und immer lächelnde Einheimische.

18 Tage reichen natürlich nicht aus, um das ganze Land kennen zu lernen, das übrigens in etwa die gleiche Größe wie Bayern hat. Hinzu kommt, dass die öffentlichen Verkehrsmittel sehr lange brauchen, um gewisse Strecken zurückzulegen. Da wir keinen privaten Fahrer buchen wollten (was dort allerdings von sehr vielen Reisenden in Anspruch genommen wird), sondern uns mit Zug, Bussen, Tuk-Tuks und Taxis fortbewegen wollten, hatten wir bereits im Vorfeld die Route grob geplant, um nicht unnötig Zeit zu verlieren.

Wir waren im Oktober unterwegs und haben uns aufgrund des Monsunwechsels entschieden, das Landesinnere und die Südküste zu bereisen. So sah unsere Route aus:

Tag 1 – 2: Flug und Fahrt nach Dambulla

Der internationale Flughafen ist in Colombo. Da wir von vielen Leuten gehört hatten, dass Colombo nicht besonders sehenswert ist, haben wir uns nach Ankunft direkt ein Taxi nach Dambulla ins Landesinnere genommen. Die Anreise war dadurch zwar sehr anstrengend, aber am nächsten Tag waren wir heilfroh, im Grünen statt im Betondschungel aufzuwachen.

Tag 3: Dambulla und Sigiriya

Mit dem öffentlichen Bus ging es für uns morgens um 9 Uhr nach Sigiriya. Dort gibt es den Sigiriya-Felsen, auch Löwenfelsen genannt, der von immenser historischer Bedeutung ist. König Kassapa hat nämlich der Legende nach auf dem Monolith eine uneinnehmbare Festung errichtet, nachdem er seinen Vater ermordet hat. Heute sind von dieser Festung noch nur Fresken und Ruinen übrig. Aufgrund des sehr teuren Eintrittspreises (30 USD für den Aufstieg), haben wir uns entschieden den benachbarten Felsen Pidurangala Rock zu besteigen. Die Aussicht war atemberaubend und der Blick auf den Sigiriya-Felsen unvergleichlich.

Nachmittags ging es für uns zurück nach Dambulla, wo wir uns die königlichen Höhlentempel angeschaut haben. Ein kurzer Treppenaufstieg führt zu fünf einzelnen Höhlen, die zu Tempeln umgebaut wurden. Vorsicht: auf dem Weg gibt es viele Affen, die ganz scharf auf Essen sind. Packt deswegen alles Essbare gut weg. Die Tempel sind sehr gut erhalten und beinhalten neben zahlreichen Buddha Statuen und hinduistischen Götterstatuen, beeindruckende Decken- und Wandgemälde.

Tag 4 – 5: Kandy und das Umland

Unsere knapp zweistündige Weiterreise nach Kandy erfolgte wieder mit dem Bus. Die Busfahrten in Sri Lanka sind sehr unterhaltsam, da meist laute Musik gespielt wird und man schnell mit Einheimischen in Kontakt kommt. Die Busse stoppen übrigens auch nicht richtig, sondern verringern nur das Tempo ein wenig, damit die Leute rein und rausspringen können (die Bustüren sind immer offen). Die Stadt Kandy hat uns leider nicht gefallen: sie ist extrem laut, die Leute sind aufdringlich und im Zentrum gibt es auch nicht viel zu sehen. Der Zahntempel und der See sind wohl noch das sehenswerteste.

Umso schöner ist jedoch das Umland. Wir haben uns also einen Tuk-Tuk Fahrer organisiert, der uns den ganzen Tag begleitet hat und uns zu drei buddhistisch-hinduistischen Tempeln, einer Teefabrik, dem botanischen Garten und einer Holzfabrik gefahren hat. Das Tolle war, dass er uns viel zum Buddhismus erzählen konnte, sodass uns die Bedeutung der unterschiedlichen Symbole und Statuen in den Tempeln klarer wurde und wir darüber hinaus viel über Religion und Kultur in Sri Lanka erfahren haben. In der Tee- und Holzfabrik haben wir eine kleine, kostenlose Führung bekommen und gelernt wie grüner-, schwarzer- und weißer Tee hergestellt werden sowie Einblicke in die traditionelle Holzschnitzerei erhalten. Ziel der Führung war natürlich, dass wir im Nachgang eines der Produkte kaufen, was wir bei der tollen Führung auch gerne gemacht haben. Ausgestattet mit jeder Menge Tee und Schüsselchen aus Zimtholz ging es dann zurück nach Kandy.

Tag 6 – 7: Zugfahrt von Kandy über Hatton nach Ella

Auf diesen Teil der Reise haben wir wohl am meisten hingefiebert, da wir im Vorfeld so viel über die Zugfahrt gelesen haben. Die Fahrt dauert einen ganzen Tag und möchte man sicher einen Sitzplatz haben, muss man wohl Wochen im Voraus die Tickets kaufen. Da wir ja glücklicherweise Sri Lanka in der Nebensaison bereist haben, konnten wir die Tickets problemlos morgens am Bahnhof kaufen und ergatterten sogar noch einen Sitzplatz. Fahrt auf jeden Fall 2. oder 3. Klasse. Die Fenster und Türen in diesen Klassen sind dauerhaft geöffnet und man in den Türen stehend, bekommt die beeindruckende Landschaft viel besser mit.

In Hatton angekommen, mussten wir dann nochmal eine Stunde mit dem Minivan nach Dalhousie fahren, von dort wollten wir nachts den Adams Peak besteigen. Leider hat dieser Ausflug nicht geklappt, da uns hier zum ersten und einzigen Mal das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht hat und es so stark geregnet hat, dass wir auf keinen Fall die 5.000 Treppenstufen hochklettern wollten, um oben anstatt des Sonnenaufgangs von Nebelfeldern begrüßt zu werden. Also ging es am nächsten Tag zurück nach Hatton und weiter mit dem Zug nach Ella.

Die Strecke von Hatton nach Ella ist nochmal eine Steigerung zu dem ersten Reiseabschnitt. Der Zug schlängelt sich durch weite, immergrüne Täler, endlose Teeplantagen und malerische Felsen. Tipp: sitzt man in Fahrtrichtung auf der linken Seite, hat man eindeutig die schönere Aussicht.

Zugfahrt von Hatton nach Ella
Zugfahrt von Hatton nach Ella

Tag 8 – 9: Ella

Ella war ein weiteres Highlight der Reise. Plant dieses kleine Bergstädtchen unbedingt in eure Reisepläne ein. Hier hatten wir auch zum ersten Mal das Gefühl, nicht die einzigen Touristen im Land zu sein. Zahlreiche Unterkünfte, Cafes und Restaurants laden zum Verweilen ein. Besonders toll, fanden wir die vielen Rooftop Bars und Cafes. Abgesehen von der gemütlichen Atmosphäre Ellas, gibt es hier meiner Meinung nach die schönsten Wanderrouten. Wir sind beispielsweise um 4 Uhr morgens aufgestanden, um Ellas Rock zu besteigen und bei Sonnenaufgang am Gipfel zu sein. Mittags ging es dann zur 9 Arches Bridge und zum Sonnenuntergang sind wir noch auf den Little Adams Peak geklettert. Klingt stressiger als es war. Zum Glück dauerten die Wanderungen nur zwischen 1 und 2 Stunden einfache Strecke.

Tag 10 – 11: Tangalle

Nachdem der erste Teil unserer Reise im Landesinneren sehr aktiv war, waren wir mehr als bereit für den Strand und eine Woche relaxen. Tangalle war eine super Entscheidung, da hier wieder kaum Touristen waren und uns so unberührte, paradiesische Strände erwartet haben. Unsere Unterkunft war direkt am Strand, Frühstück und Abendessen wurde dann natürlich auch direkt dort serviert. Ein Traum!

Tag 12 – 14: Weligama

Als wir uns für Sri Lanka als Reiseziel entschieden haben, spielten die Surfstrände für mich eine sehr große Rolle. Ich versuche zumindest einmal im Jahr ein paar Tage Wellenreiten zu gehen und da Sri Lanka zu einer der beliebtesten Surfdestinationen gehört, war ich ganz heiß darauf, ein paar Tage mit den Wellen zu kämpfen. Weligama ist der ideale Anfängerstrand. Hier reihen sich Surfschulen an Surfschulen und man kann sich super günstig ein Board für 1,5 Stunden ausleihen.

In der Nähe von Weligama gibt es zudem die berühmten „Stilt fishermen“. Zahlreiche Postkarten sind mit diesem Motiv geschmückt. Leider sieht die Realität so aus, dass die Fischer mittlerweile nur noch gegen Bezahlung für die Touristen kurz auf die Stöcke klettern.

Tag 15 – 17: Hikkaduwa und Galle

Da sich unsere Reise dem Ende näherte, mussten wir Weligama leider verlassen und sind für drei Tage an unseren letzten Stop Hikkaduwa weitergereist. Früher war Hikkaduwa ein Hippiedorf und ist heute wohl bekannt für Partys und auch für russische Touristen. Die Stadt war mit Abstand die touristischste und teuerste die wir besucht haben. Ich hatte noch Hoffnung, dass wir hier auch surfen können, aber für fortgeschrittene Anfänger wie wir es sind, waren die Wellen zu hoch und unruhig. Auch wenn mir die anderen Strände deutlich besser gefallen haben, war Hikkaduwa gut geeignet, um zu relaxen und Souvenirs zu shoppen. Außerdem gibt es einen Turtle Point, zu dem jeden Tag zwei riesige Meeresschildkröten kommen und sich von den Touristen füttern lassen.

Von Hikkaduwa ist es auch zu der Festungsstadt Galle nicht weit. Die Hafenstadt wurde im 17. Jahrhundert von den Holländern errichtet. Zuvor haben sich die Portugiesen hier niedergelassen, so dass das Städtchen eine tolle Symbiose aus europäischer Architektur und südostasiatischer Tradition ist. Der Fort umrundet die Altstadt, die voller malerischer Gassen, kleinen Schmuckgeschäften, entspannten Cafes, Antiquitätenläden und Kolonialhäusern ist. Wir haben unser Tour mit einem Spaziergang um dem Fort begonnen, vorbei am Uhrturm bis hin zum Leuchtturm und haben uns dann in der Altstadt treiben lassen.

Tag 18: Heimflug

Nach 18 Tagen stand leider schon die Rückreise an. Wir haben uns von Hikkaduwa zum Flughafen ein Taxi gemietet, da wir erst um 3 Uhr morgens geflogen sind und so spät mit keinem öffentlichen Bus fahren wollten. Am Flughafen mussten wir dann durch drei verschiedene Sicherheitschecks bis wir überhaupt unser Gepäck aufgeben konnten. Und dann hieß es auch schon bye bye Sri Lanka!

2 Gedanken zu „18 Tage Sri Lanka: Tempel, Tee und Tuk-Tuks

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