Backpacking in Sri Lanka: Tipps & Tricks

Ist das Essen sehr scharf, wie ist die Infrastruktur und sprechen die Locals Englisch? Vor unserer knapp 3-Wöchigen Reise in Sri Lanka hatten wir so einige Fragen und nun, da wir als weise Reisende zurückgekehrt sind, möchte ich mein Wissen gerne mit euch teilen.

Einheimische

Die Einheimischen sind in der Regel sehr freundlich und zuvorkommend. Allerdings müsst ihr mit persönlichen Fragen rechnen. Von großem Interesse ist stets die Herkunft, das Alter und bei alleinreisenden Frauen die Frage nach dem Partner. Meistens beabsichtigen diese Gespräche den Verkauf einer Tour oder Aktivität. Verneint man dann höflich, ist die Sache aber auch gut. Etwas nervig ist es natürlich, wenn man auf der Straße ständig angequatscht wird, ob man mit dem Tuk-Tuk fahren will oder ob man eine Massage will. Das ist uns vor allem in Hikkaduwa so ergangen. An anderen Orten hatten wir vor allem mit den Besitzern unserer Unterkünfte ganz tolle Gespräche und haben viel über die Lebensweise in Sri Lanka erfahren. Am besten offen und interessiert auf Locals zugehen, dabei aber nicht naiv handeln.

Anfangs etwas gewöhnungsbedürftig ist, dass die Einheimischen nicht nicken, wenn sie „Ja“ sagen, sondern mit dem Kopf von einer Seite zur anderen wackeln.

Sprache

In Sri Lanka gibt es drei Sprachen: Singhalesisch wird von den Singhalesen gesprochen, die etwa 70% der Bevölkerung ausmachen und vorwiegend im Süden, Westen und im Landesinneren leben. Die Tamilen, vor allem im Norden und Osten beheimatet, sprechen dagegen Tamil. Englisch wird selbstverständlich von allen, die im Tourismus arbeiten gesprochen und gilt als Bildungssprache. Die Verständigung ist also kein Problem, auch wenn meist keine komplexen Gespräche möglich waren.

Infrastruktur

In Sri Lanka herrscht Linksverkehr. Gefühlt hat jeder Bewohner Sri Lankas ein eigenes Tuk-Tuk oder Three-Wheeler, mit dem versucht wird die Touristen überallhin zu kutschieren. Für Kurzstrecken bietet sich das auch sehr gut an, da die Fahrer die Route individuell gestalten und oft als Reiseführer fungieren. Mir haben die Fahrten großen Spaß gemacht. In Gesprächen mit Einheimischen habe ich jedoch herausgefunden, dass täglich etwa 70 Unfälle mit Tuk-Tuks passieren. Das gibt natürlich zu Denken..

Abgesehen von Tuk-Tuks ist das Reisen mit öffentlichen Bussen auch relativ einfach. Auf den Bussen steht in großer Schrift, wohin die Fahrt geht und die Busfahrer oder Ticket-Kontrolleure fragen die Touristen auch sicherheitshalber nochmal, bevor sie einsteigen. Unabhängig von den offiziellen Haltestellen, kann man überall in die Busse einsteigen, solange man vorher winkt und sich bemerkbar macht. Die Busse an sich sind schon ein kleines Highlight: Die Fahrerkabine hängt voller religiösen Blingbim, meist gibt es einen Fernseher, auf dem lautstark srilankische Musikvideos laufen, die Türen und Fenster sind geöffnet und der Bus verringert auch nur das Tempo auf Schrittgeschwindigkeit, sobald er an einer Bushaltestelle vorbeifährt. Dann heißt es Anlauf nehmen und rein springen. Tickets kauft man während der Fahrt beim Kontrolleur

Im Landesinneren kommt man um die berühmte Zugfahrt von Kandy nach Ella eigentlich nicht herum. Details zur Reise könnt ihr auf diesem Blogpost lesen. Auch diese Art des Reisens ist relativ einfach. Tickets kauft man im Vorfeld am Bahnhofsschalter. Die Züge sind eher langsam, aber dafür sieht man die Landschaft umso besser. Ansonsten sind sie ähnlich ausgestattet wie europäische Züge: es gibt Toiletten, Essen und drei Klassen.

Zugfahrt nach Ella

Weitere Möglichkeiten sind Taxis, die vergleichsweise teuer sind, aber wenn es schnell und bequem sein soll, die beste Option. Alternativ besteht natürlich auch die Möglichkeit für die gesamte Reise einen privaten Fahrer zu mieten. Dieser fährt euch dann zu all den Sehenswürdigkeiten und ist euer ständiger Begleiter.

Das Reisen funktioniert also einwandfrei, jedoch sollte bei Tuk-Tuks, Bussen und Zügen der Zeitfaktor entsprechend eingerechnet werden

Klima

Sri Lanka hat glücklicherweise ganzjährig eine Temperatur von etwa 28 Grad. Bei der Reiseplanung muss man allerdings die Monsunzeit beachten. So kann es aufgrund des Südwestmonsuns im Mai und Oktober im Südwesten recht feucht werden, während im November und Dezember die Nordost- und Ostküste Regenschauer abbekommen können. Im Landesinneren, in der Gegend um Nuwara Eliya, liegen die Temperaturen aufgrund der Höhe bei nur 16-25 Grad.

Wir hatten glücklicherweise nur einmal heftige Regenschauer, obwohl wir im  regenreichsten Monat gereist sind.

Essen

Ja, das Essen in Sri Lanka ist scharf. Mein Trick war es, zu jedem Essen einen leckeren Lassi zu bestellen, das mildert die Schärfe. Erstaunlicherweise habe ich mich aber nach zwei Tagen schon recht gut an die Schärfe gewöhnt. Da das Land überwiegend buddhistisch ist, gibt es ganz viele  vegetarische und vegane Gerichte. Traditionell frühstücken die Einheimischen String Hoppers. Das sind Reisnudeln, die zu kleinen Nestern geformt werden und mit Kokossambal serviert werden. Meist bekommt man aber das kontinentale Frühstück, bestehend aus Omelette, Toast mit Marmelade, einem Obstteller mit Mango, Banane und Papaya und Kaffee oder Tee. Je nach dem in welcher Region ihr euch befindet, fällt das Frühstück mal reichhaltiger mal etwas kläglich aus. Die Regel lautet, je touristischer, desto teurer und weniger.

Mittags und abends haben wir oft vegetarisches Curry gegessen. Man bekommt einen Teller mit Reis und viele Beilagen wie Linsen, Kokosraspeln, Kartoffeln und vielem mehr. Rotti sind auch super lecker. Diese bestehen aus Fladen aus Reismehl oder Rottimehl und können entweder herzhaft oder süß gefüllt sein und werden dann wie Tacos einmal gefaltet serviert. Besonders lecker sind die süßen Rotti mit Honig und Kokos.

Kotthu Rotti ist ebenfalls sehr schmackhaft und besteht aus den Rotti Fladen, die in Streifen geschnitten werden und mit Currys, Gemüse, Eier oder Fleisch gemischt werden. Darüber hinaus gibt es entlang der Küste überall  fangfrischen Fisch, Garnelen und Calamari.

Kosten

Sri Lanka ist sehr günstig. Man zahlt mit srilankischen Rupien. Der Kurs liegt momentan bei etwa 180 Rp zu 1 Euro.

Für ein Doppelzimmer mit eigenem Bad zahlt man pro Nacht in der Nebensaison zwischen 7 und 15 Euro umgerechnet. Hostels mit Dorms gibt es eher selten.

Busfahrten kosten zwischen 50 Cent und 2 Euro, je nach Länge. Die Zugfahrt hat uns etwa 1,50 Euro gekostet. Tuk-Tuk Preise sind schwer vorhersehbar. Wir haben für einen ganzen Tag mit dem selben Tuk-Tuk Fahrer 2.500 Rupien gezahlt (etwa 13 Euro), das kommt aber immer auf Verhandlungsgeschick und Ort an. Auch hier gilt, je touristischer der Ort, desto teurer. Taxis verlangen für Strecken von vier Stunden um die 30 Euro.

Ein Curry kostet zwischen 200-500 Rupien, Rotti gibt es oft schon für 150 Rupien. Für frischen Fisch zahlt man etwa 1.500 Rupien. Alkohol ist vergleichsweise teuer und schwierig zu kaufen, aufgrund der Alkoholverbots im Buddhismus.

In Sri Lanka werden große Scheine nicht gern gesehen. An sich muss auch alles bar und möglichst passend bezahlt werden und 10% Service Charge werden stets auf die Rechnung gerechnet. Allerdings würde ich immer nochmal Trinkgeld dazugeben. Ich habe selten ein so gastfreundliches und serviceorientiertes Land erlebt und bin der Meinung, bei Verweigerung des Trinkgelds an falscher Stelle zu sparen.

Eine kleine Herausforderung ist das Geldabheben in Sri Lanka. Manche Bankautomaten akzeptieren nur einheimische Karten oder nur die Mastercard. Hebt am besten zu Beginn viel Geld am Flughafen ab, dann müsst ihr euch nicht zwischendurch mit nichtfunktionierenden Automaten ärgern. Wir haben für 18 Tage ca. 600 Euro pro Person gebraucht.

Umwelt

Sri Lanka ist ein wunderschönes Land, doch leider gibt es erhebliche Umweltprobleme. Die Hotelanlagen und Häuser sind viel zu nah am Strand gebaut, so dass an vielen Orten kaum noch Strand vorhanden ist und mit Sandsäcken nachgeholfen wird oder Strand aus dem Norden in den Süden verlagert wird. Nach dem Tsunami galt eigentlich die Regel, dass nur in einem Abstand von 100 Meter zum Meer die Bebauungen starten dürfen. Mittlerweile hat die Regierung die 100 Meter auf 60 Meter verringert. Die Bilder des Tsunamis 2004 haben die meisten wohl noch vor Augen. Leider wirkt es so, als würden das Land dennoch die gleichen Fehler wiederholen und viel zu nah am Meer bauen.

Ein zweites Problem ist der Müll: oft haben wir beobachtet wie die Leute ihren Müll einfach in die Natur schmeißen. Manche weigern sich auf die Müllsteuer zu zahlen, so dass sie ihren Abfall selbst entsorgen. Wohin sie diesen letztendlich bringen, kann man sich ja denken. Am besten ihr versucht während euer Reise auf möglichst viel Plastik zu verzichten und allgemein einen nachhaltigen Tourismus anzukurbeln. Die Einheimischen wollen immer mit den Touris ins Gespräch kommen, missbilligt man in den Gesprächen die Müllprobleme, werden die Leute hoffentlich einsichtiger.

Das Land wimmelt außerdem vor wilden Hunden. Diese sind in der Regel brav und bleiben unter sich. Leider sind viele Hunde krank, vermehren sich in einer Tour und niemand fühlt sich für sie verantwortlich. Ausländische Tierärzte kommen freiwillig, regelmäßig nach Sri Lanka, um die Tiere zu impfen und zu kastrieren, aber sie kommen natürlich nicht hinterher.

Religion

Ein Großteil der Bevölkerung, etwa 70%, sind Buddhisten. Weitere Religionen sind Hinduismus, Islam und Christentum. Die Religionen teilen sich entsprechend der ethnischen Aufteilung auf: Die Singhalesen sind größtenteils Buddhisten, die Tamilen mehrheitlich Hindus und die Moors ausschließlich Muslime.

Spannend fand ich, dass es in den Tempeln sowohl buddhistische als auch hinduistische Symbole gab. Bei Besichtigung der Tempel müssen Knie und Schultern verdeckt sein, Schuhe und Kopfbedeckung werden ausgezogen.

Visum

Für die Einreise in Sri Lanka benötigt man ein Visum. Dieses kann man im Vorfeld online beantragen (kostet etwa 28 Dollar). Bei Einreise kann es natürlich auch noch gekauft werden, kostet dann aber etwas mehr und man muss sich auf lange Schlangen am Flughafen einstellen

Impfungen

Für Sri Lanka sollte man gegen Hepatitis A und DTP (Diptheria, Tetanus und Polio) geimpft sein. Zusätzlich ist die Typhus Impfung und evtl. die Tollwut Impfung zu empfehlen.

Aufgrund der vielen Mücken und der Dengue Gefahr, sollte man sich stets mit DEET einsprühen. Wir haben ein Textil- und Körperspray benutzt und wurden nie gestochen.

Habt ihr noch Tipps für Sri Lanka? Schreibt es gerne in den Kommentaren.

Ein Gedanke zu „Backpacking in Sri Lanka: Tipps & Tricks

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