Über 7 Berge musst du gehen: Weekend-Escape in Lissabon

Kalt, grau, trist – meine eigentlichen Assoziationen mit Januar. Der perfekte Monat also, um die Zeit bis zum Frühling ein wenig zu verkürzen und ein südliches Reiseziel anzusteuern. Auf der Suche nach einer Stadt, die sowohl Kultur als auch ein bisschen Meeresluft und gutes Essen verbindet und zudem auch noch gut erreichbar ist, fiel die Entscheidung schnell auf Lissabon.

Lissabon ist eine unglaublich schöne Stadt, in der es schon glücklich macht, planlos durch die Gassen zu schlendern, die alten Häuser mit bunten Kacheln zu bestaunen, das Treiben auf der Straße zu beobachten und dabei einen Espresso zu genießen. In drei Tagen bekommt man ein gutes Gefühl für die Stadt, allerdings sollte die Route ein wenig vorgeplant sein, damit man das beste aus der Zeit rausholen kann.

Farbenfrohes Lissabon
Farbenfrohes Lissabon

Lissabon liegt auf sieben Hügeln, was für Touristen zugleich Vor- und Nachteile bietet: Zum einen wurden wir alle paar Meter von einem Miradoura – Aussichtspunkt – überrascht, und die Sicht lohnt sich alle mal, zum anderen ist das ewige Rauf und Runter sehr anstrengend und abends haben wir ordentlich unsere Beine gespürt.

Die meisten Sehenswürdigkeiten befinden sich in der Innenstadt Lissabons und lassen sich super zu Fuß erkunden. Aber auch die öffentlichen Verkehrsmittel sind in Lissabon sehr gut und ein Muss ist die Fahrt mit der berühmten Tram 28E, die so gut wie alle Sehenswürdigkeiten abklappert.

Seilbahn Lissabon
Typische Seilbahn in Lissabon

 

Die Viertel Baixa und Chiado

Baixa ist wohl das architektonisch geplanteste Viertel Lissabons: Die orthogonale Straßenanordnung hilft bei der Orientierung, wirkt aber gleichermaßen nicht so authentisch wie der Rest Lissabons. Hier befinden sich vor allem Kleidungs- und Souvenirläden, aber auch zahlreiche Restaurants und Cafes. Von der Praça do Comércio  ausgehend, gelangt man durch den Arco do Triunfo in die Rua Augusta – die Fußgängerzone.

Rua Augusta, Lissabon
Fußgängerzone: Rua Augusta

Eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten ist nur einige Meter entfernt: der Elevador de Santa Justa. Dabei handelt es sich um einen 45 Meter hohen Aufzug der die Stadtteile Baixa und Chiado verbindet. Die alte Stahlkonstruktion, macht den Aufzug zu einem besonders beliebten Fotomotiv. Wer das Geld für die Fahrt sparen will, gelangt auch einfach zu Fuß über eine Treppe auf die Aussichtsplattform, von der sich Lissabon in all seiner Pracht vor dem Auge erstreckt.

Elevador de Santa Justa
Elevador de Santa Justa

Alfama

Alfama und Castelo bieten zwar einige Attraktionen, das eigentliche Highlight ist aber das Viertel selbst. Enge Gassen, bunte Kachelwände, versteckte Läden gepaart mit Streetart und verfallenen Hausfassaden machen den Charme des Viertels so aus. Hier kann man sich wirklich ohne Ziel treiben lassen und wird immer wieder neue, spannende Ecken entdecken.

Gasse in Alfama
Gasse in Alfama

Nun zu den Sehenswürdigkeiten: Ein Muss ist der Besuch der alten Burg – Castelo im portugiesischen –  und der Kathedrale. Die Kathedrale wirkt innen wie außen eher schlicht und kaum pompös, passt sich dadurch aber gut ans Stadtbild an. In der Nähe gibt es einige günstige Restaurants, in denen vor allem Studierende verkehren.

Das Castelo ist mit einem Eintrittspreis von 8,50 kein Schnäppchen, überzeugt aber mit der einmaligen Aussicht. Außerdem gibt es in einem der Türme der Außenmauer eine Camera Obscura. Diese zeigt in einem Blickwinkel von 360° die Stadt in Echtzeit durch das Linsen- und Spiegelsystem.

Aussicht vom Castelo
Aussicht vom Castelo

Fahrt mit der Tram 28E

Wie zu Beginn schon erwähnt, ermüden die Beine durch die ganzen Steigungen schnell. Auch deshalb bietet sich eine Fahrt mit der Tram 28E an. Die Bahn fährt durch zahlreiche Gassen und an den wichtigsten Sehenswürdigkeiten vorbei, so dass man ein gutes Gefühl für das Flair der Stadt bekommt. An manchen Ecken kämpft sie sich haarscharf an den Häuserwänden vorbei und das in einem Tempo, das mir teilweise etwas bang wurde. Endstation der Tram ist ein Friedhof, der Cemitèrio dos Prazeres, auf dem einige Persönlichkeiten Portugals begraben liegen und von dem man zudem nochmal eine tolle Sicht über die Stadt hat.

Flohmarkt Feira da Ladra

Wenn ihr an einem Dienstag oder Samstag in Lissabon seid, lohnt sich auf jeden Fall der Besuch beim Flohmarkt Feira da Ladra. Direkt hinter der Kirche São Vicente de Fora und vor dem Pantheon Santa Engrácia reihen sich zahlreiche Stände aneinander, bei denen jeder fündig wird. Außerdem finden sich hier auch Musiker und Unterhaltungskünstler, die den Besuch zusätzlich versüßen. Geöffnet ist der Flohmarkt von 9 bis 19 Uhr, wobei viele Händler scheinbar nur vormittags anwesend sind.

Feira da Ladra
In Shoppinglaune auf dem Feira da Ladra

Bairro Alto

Im Bairro Alto waren wir Freitagabend unterwegs und sind dabei zahlreichen feierwütigen Studis und Touristen begegnet. Das Viertel gilt als Partyviertel und vor allem in den Straßen Rua Barroca, Rua do Norte und Rua das Gáveas muss man nicht lange nach einer passenden Bar suchen. Perfekt, um einen langen Tag ausklingen zu lassen!

Belém

Belém ist etwas außerhalb der Altstadt und mit der Tram oder der Bahn erreichbar. Die Fahrt lohnt sich jedoch sehr, da es hier neben dem Padrão dos Descobrimentos, einem Denkmal zur Erinnerung der Entdeckungen, auch den Torre de Belém und das Mosteiro dos Jerónimos (Hieronymitenkloster) zu besichtigen gibt.

Padrão dos Descobrimentos
Padrão dos Descobrimentos

 

Zu den Sehenswürdigkeiten gelangt man durch einen Spaziergang entlang der Uferpromenade. Das Padrão dos Descobrimentos gilt auch als Seefahrerdenkmal, da es zum 500. Todestag von Heinrich dem Seefahrer erbaut wurde. Kurz hinter dem Denkmal liegt dann der Torre de Belém, den man außer Montags von 10 bis 17.30 Uhr besteigen kann. Der Eintritt kostet 6 Euro. Dafür hat man erneut eine schöne Aussicht auf das Meer und das Kloster. Im Kloster selbst waren wir leider nicht, da dafür die Zeit nicht ausreichend war. Von oben sah es aber sehr schön aus.

Mosteiro dos Jerónimos
Mosteiro dos Jerónimos von oben

Meine Highlights in Lissabon

  • Sonnenuntergang von der Uferpromenade des  Praça do Comércio beobachten
  • Tramfahrt mit der 28E
  • Espresso trinken in Alfama
Sonnenuntergang in Lissabon
Sonnenuntergang in Lissabon

Praktische Tipps

…zum Geldsparen

In Lissabon ist der öffentliche Nahverkehr super. Neben der Tram gibt es die Metro, Busse und Aufzüge und sogar Seilbahnen. Sparen könnt ihr mit dem Kauf der Viva Viagem Karte. Diese gibt es an jedem Automaten und kann dort direkt mit Guthaben aufgeladen werden. Pro Fahrt zahlt man dann 1,25 Euro anstatt 1,45 Euro. Sowohl beim Ein- als auch beim Aussteigen muss man das Ticket an den Kartenleser halten.

…für Naschkatzen

Wie ihr sicherlich wisst, ist Portugal vor allem für Portwein bekannt. Da mir dieser nicht so gut bekommt, möchte ich euch lieber Tipps zum Essen geben! Unbedingt probieren solltet ihr Pastéis de Natas. Das ist ein Gebäck aus Blätterteig, das mit Pudding gefüllt wird. Gemeinsam mit einem Espresso schmecken die süßen Teile besonders gut. Nina war während ihres Lissabons Besuch in einer traditionellen Konditorei, die seit 1837 die Törtchen bäckt und berichtet euch in ihrem Blogbeitrag mehr dazu.

…für die Jetsetter

Lissabon wird von fast allen deutschen Flughäfen angeflogen und das zu relativ erschwinglichen Preisen. Der Flughafen ist nur 8 Kilometer vom Zentrum entfernt. Mit der roten Metrolinie oder alternativ mit dem Airportbus gelangt ihr innerhalb von 25 Minuten ins Stadtinnere. Linienpläne bekommt ihr direkt am Flughafen. Falls ihr etwas Zeitdruck habt, geht es mit dem Taxi noch schneller: für 17 Euro gelangt ihr innerhalb von 15 Minuten an den Airport.

Habt ihr noch Geheimtipps für Lissabon? Schreibt es in die Kommentare!

 

 

 

 

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