Von Göttern, Eseln und Bergziegen: Kreta in der Nebensaison entdecken

Den Sommer ein wenig verlängern, dachten wir uns und machten uns im Oktober für zwei Wochen auf den Weg nach Kreta. Nachdem wir letztes Jahr bereits sehr begeistert von Teneriffa waren, wollten wir auch in diesem Jahr eine Insel erkunden und entschieden uns schnell für Griechenlands größte Insel.

Auf Kreta findet man Strände wie in der Karibik, Berge wie in den Alpen, urige Dörfer, charmante Städte und freundliche Menschen. Die Insel eignet sich hervorragend für einen guten Mix aus Aktiv- und Entspannungsurlaub. Unterschätzt bei der Reiseplanung jedoch nicht die Entfernungen! Mit einer Länge von ca. 300 Kilometern und wenigen Schnellstraßen, kommt man teilweise nur langsam von A nach B und ein Mietwagen lohnt sich hier allemal!

Ausflugstipps für Kreta
Ausflugstipps für Kreta

Wie bereits erwähnt, gibt es jede Menge tolle Strände zum Entspannen und Erholen. Die Strände bestehen meist aus Sand, teilweise auch aus Felsen. Das klare Wasser bietet sich hervorragend zum Schnorcheln oder Tauchen an. Falls ihr nicht nur zum Faulenzen nach Kreta reisen möchtet, kann ich euch folgende Ausflugsziele sehr ans Herz legen:

Eine Wanderung durch die Samaria Schlucht

Samaria Schlucht
Steile Felswände in der Samaria Schlucht

Mit 17 Kilometern Gesamtlänge ist Samaria die zweitlängste Schlucht Europas. Durch die vielen Steigungen und den unebenen Weg, ist die Wanderung allerdings nicht zu unterschätzen und man sollte ein gutes Fitnesslevel haben. Die Strecke teilt sich in zehn Stationen, an denen man immer wieder seine Flasche mit frischem Bergwasser auffüllen kann, auf Toilette gehen oder sich kurz ausruhen kann.

Ansonsten sieht man auf dem Weg die ein oder andere Ziege oder auch Esel, die bereit stehen, falls sich jemand verletzt.

Samaria Schlucht
Station während der Wanderung

Die erste Stunde geht es eine steile Holztreppe bergab, bis man in die eigentliche Schlucht gelangt.  Danach geht es über Geröll und einen kleinen Flusslauf, umgeben von imposanten Felswänden.

Samaria Schlucht
Über Stock und über Stein..

Die Wanderung endet im Dorf Agia Roumeli, in dem man sich in einer der Tavernen stärken oder in der Badebucht abkühlen kann.

Blick auf die Samaria Schlucht
Blick auf die Samaria Schlucht von der Fähre

Vorsicht: Ausgangs- und Endpunkt der Wanderung sind logischerweise an unterschiedlichen Orten. Den Schluchteinstieg erreicht man gut mit dem öffentlichen Bus oder dem Auto. Das Ende der Wanderung ist das Dorf Agia Roumeli und dorthin gibt es keine Straße, so dass ihr nur mit der Fähre wegkommt. Plant daher den Ausflug gut und bucht gegebenenfalls eine Tour, die euch mit einem Shuttlebus abholt.

Gut zu wissen:

  • Eintritt der Schlucht: 5 Euro
  • Eintritt für die Fähre: etwa 12 Euro
  • Dauer: ca. 4-7 Stunden je nach Laufgeschwindigkeit
  • Ausrüstung: Griffige Schuhe, Hut, Sonnencreme, sportliche Kleidung, Wasserflasche

 

Ein Ausflug in die Hafenstadt Rethymno

Rethymno
Der Hafen von Rethymno

Die Hafenstadt Rethymno liegt im Norden Kretas. Das Städtchen besticht durch charmante Gassen, kleine Restaurants und den farbenfrohen Hafen. Plant auf jeden Fall etwas Zeit zum Bummeln ein: In den Läden findet sich nämlich eine große Auswahl an Olivenöl, Aloe Vera oder auch Lederprodukten.

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Eines der Wahrzeichen Rethymnos ist die ehemalige Festung, genannt Fortezza, die im 16. Jahrhundert von den Venezianern errichtet wurde. 1646 eroberten die Osmanen Teile Kretas und nahmen die Festung ein. Die Kirche wurde zur Moschee umgebaut, so dass die Besucher heute sowohl muslimische als auch christliche Gebäude in der Festungsruine entdecken können. Rund um die Festungsmauern kann man den Blick auf das Meer und die Stadt genießen.

Fortezza in Retyhmno
Fortezza in Retyhmno

 

Gut zu wissen:

  • Parken: In Retyhmno gibt es mehrere kostenpflichtige Parkplätze, auf denen ihr für etwa 9 Euro den ganzen Tag stehen könnt. Vor den Toren der Stadt gibt es auch einen Parkplatz, auf dem mittwochs allerdings ein großer Markt stattfindet und der somit nicht zur Verfügung steht.
  • Restaurants: Um den Hafen rum, gibt es v.a. Fischrestaurants, die etwas teurer sind.
  • Eintritt zur Festung: etwa 8 Euro.

 

Ein bisschen Karibik-Feeling in Balos

Die Lagune von Balos
Auf dem Weg nach Balos

Weißer, feiner Sand, türkisfarbenes Wasser: Willkommen in der Lagune von Balos. Zugegebenermaßen ist die Anfahrt etwas holprig. Die letzten 10 Kilometer bis zum Parkplatz der Lagune bestehen nämlich aus reinstem Schotterweg, auf dem maximal 10 km/h möglich sind. Vom Parkplatz läuft man dann nochmals knapp 3 Kilometer bis zur Lagune. Während des Weges gibt es eine Aussichtsform, von der man einen atemberaubenden Blick auf die Lagune hat.

Lagune von Balos
Die Lagune von Balos

Am Strand kann man Liegestühle mieten und sich an einem kleinen Kiosk mit Sandwiches oder Getränken versorgen. Übrigens ist der Sand in Balos leicht pinkgefärbt, da Teile vom Korallenriff und Muscheln in die Bucht gespült wurden.

Die Lagune von Balos
Die Lagune von Balos

 

Ein Hauch von Nostalgie im Hippiedorf Mátala

Matala
Blick auf die Hippiehöhlen in Matala

Bei der Einfahrt nach Mátala fallen bereits die Peace-Zeichen an den Wänden und der ein oder andere Hippie auf. An dem Strand gibt es nämlich Höhlen im Felsen, die früher von Hippies und Reisenden als Wohnort genutzt worden. Heute leben in den Höhlen keine Hippies mehr, dafür gibt es umso mehr Touristen, die sich die Höhlen anschauen.

Matala
In den Höhlen von Matala

Mátala ist der griechischen Legende nach der Ort, an dem Zeus mit seiner Europa an Land ging. Heute ist der Ort vor allem berühmt für die Höhlen. Der Strand ist aber auch sehr schön, so dass man einen Besuch der Höhlen gut mit ein paar Stündchen sonnen und schwimmen verbinden kann.

Matala
Der Strand in Matala

Gut zu wissen:

  • Parken: um die Höhlen gibt es genug Parkplätze, die zwischen 3 und 7 Euro pro Tag kosten
  • Eintritt Höhlen: Für 3,5 Euro dürft ihr den ganzen Tag in den Höhlen rumklettern

 

Das ursprüngliche Kreta entdecken

Das Dorf Krasi
Das charmantes Dorf Krasi auf Kreta

Kreta ist ja mittlerweile großer Touristenmagnet. Umso schöner fand ich es, dass es immer noch urige und authentische Dörfer gibt, in denen man das Leber der Kreter ein wenig nachempfinden kann.

Besonders gut gefallen hat mir das Bergdorf Krási. Hier hat man wirklich das Gefühl, die Zeit ist stehen geblieben.

Krasi
Das Dorf Krasi

Ein weiteres Dorf, dass wir besucht haben, war das Fischerdorf Milatos. Das Dorf ist um die 3.000 Jahre alt und teilt sich in das höher gelegene „Epano Milatou“ und „Paralia Milatou“, direkt am Meer gelegen. Während sich im oberen Teil Milatos vor allem alte Wohnhäuser befinden, gibt es im unteren Teil kleine Fischtavernen und einige wenige Einkaufsmöglichkeiten. Wer mal richtig abschalten möchte und sich nach Ruhe fernab von Alltagshektik sehnt, ist hier gut aufgehoben.

Milatos
Ruhe pur in Milatos

 

Ich habe Kreta nur in der Nebensaison kennengelernt und bin begeistert. Wir waren in unserer Unterkunft fast allein, konnten die Touristenströme in Samaria und Balos vermeiden und hatten trotzdem noch Badewetter und Sonnenschein. Alle, die die Möglichkeit haben, in der Nebensaison zu vereisen, würde ich dies wärmstens empfehlen.

Wart ihr schon mal auf Kreta? Welche Ecken haben euch besonders gut gefallen?

 

 

2 Gedanken zu „Von Göttern, Eseln und Bergziegen: Kreta in der Nebensaison entdecken

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