4 Tipps für nachhaltiges Reisen

Als Reise-Fan stehe ich vor einem großen inneren Konflikt: Zum einen möchte ich möglichst viel von der Welt sehen. Ich habe eine Liste mit Orten, die ich unbedingt innerhalb der nächsten fünf Jahre bereisen möchte und ich habe mir fest vorgenommen alle zwei Jahre eine längere Reise zu machen. Zum anderen ist mir natürlich bewusst, dass ich mit meinen Reisen einen negativen Beitrag zum Klimawandel leiste und mein ökologischer Fußabdruck sicherlich nicht gerade klein ist.

Strand in Hongkong
Traumstrand in Hongkong

Klar ist, dass ich auf gar keinen Fall aufs Reisen verzichten möchte. Da mir aber unsere Umwelt sehr am Herzen liegt, versuche ich nun Schritt für Schritt grünen Tourismus in mein Leben zu integrieren. Um hierzu Tipps und Inspiration zu erhalten, war ich im vergangenen Jahr auf dem Berlin Travel Festival, auf dem es thematisch passende Vorträge gab. Darüber hinaus lese ich aktuell das Buch Fairreisen von Frank Herrmann, der dieses Thema wunderbar beschreibt und viele hilfreiche Tipps gibt.

Einige Dinge kann man bereits vor Reiseantritt beachten und somit einen großen Beitrag für die Umwelt leisten:

Die Reiseplanung: nachhaltige Unterkünfte finden

Reisesuchmaschinen wie Skyscanner, Booking oder Urlaubspiraten machen es uns leicht, Reiseschnäppchen zu finden und für wenig Geld um die Welt zu jetten. Es gibt aber auch andere Reiseportale, die den Fokus klar auf das Ecolabel legen. Die Seite goodtravel.de bietet beispielsweise ausschließlich ökologische Unterkünfte an, die oftmals echte Geheimtipps sind.

Wer als Suchmaschine Ecosia nutzt, tut zusätzlich noch etwas gutes für die Umwelt. Das Unternehmen investiert nämlich 80% des Gewinns aus Online-Werbung für Aufforstungsprojekte. Das heißt je mehr Leute Ecosia nutzen, desto mehr Bäume werden gepflanzt. So einfach können wir bereits einen Beitrag zum Umweltschutz leisten!

Teneriffa: El Drago

Worauf ihr bei Unterkünften achten könnt:

  • Nutzt regenerative Energien
  • Geht sparsam mit Ressourcen um
  • Hat ein umweltfreundliches Abwasser- und Abfallmanagement
  • Berechnet seinen CO2 Fussabdruck
  • Bevorzugt lokale Dienstleister
  • Bezieht Lebensmittel, Souvenirs, Baumaterialien regional, aus fairem Handel und ökologischem Landbau
  • Nutzt ein anerkanntes grünes oder faires Siegel

Die Anreise planen

Die Anreise ökologisch zu gestalten, finde ich persönlich extrem schwierig. Ich fliege relativ viel, da ich auch beruflich immer wieder darauf angewiesen bin. Wochenendtrips in meine Heimatstadt München gehen mit dem Flugzeug schneller und sind teilweise sogar günstiger als mit dem Zug. Mal eben für drei Tage in eine europäische Stadt reisen? Easy. Allerdings liefern Flugzeuge einen riesen Beitrag zum Klimawandel.

Vergleich der Emissionen einzelner Verkehrsmittel
Quelle: Umweltbundesamt, 2016

Die einzige Lösung ist es, auf Bahn und Fernreisebusse umzusteigen und nähere Ziele zu wählen. Ich habe mir im letzten Jahr endlich eine Bahncard 50 zugelegt, so dass zumindest der günstigere Flugpreis nicht mehr das ausschlaggebende Argument ist. Unter 27 Jahren, erhält man die Bahncard übrigens für schlappe 69 Euro im Jahr. Und falls man mit seinem Partner oder der Partnerin zusammenlebt, kann man eine Partner Bahn-Card beantragen und spart dadurch auch nochmal einiges.

Bei Fernreisen achte ich darauf, mindestens zwei bis drei Wochen im Land zu bleiben. Natürlich gibt es auch die Möglichkeit ein ganz anderes Fortbewegungsmittel zu wählen und die komplette Reise mit dem Fahrrad oder wandernd zurückzulegen. Ich denke, wenn man sich mit der Thematik des umweltfreundlichen Reisens auseinandersetzt, ergeben sich völlig neue Reiseziele, die man vorab nicht in Betracht gezogen hat.

Und wenn der Flug wirklich nicht vermeidbar ist, gibt es noch die Möglichkeit über myclimate.org oder atmosfair.de einen Ausgleichsbeitrag zu bezahlen, der den CO2-Ausstoß reduziert.

Falls jemand darüber hinaus Tipps hat, immer her damit!

Mit dem Land beschäftigen

Die Vorfreude auf die Reise ist doch mit die schönste Freude, oder? Eine intensive Vorbereitung ist bei mir Standard. Anstatt sich nur mit den besten Reiserouten, Sehenswürdigkeiten und Geheimtipps vorab zu beschäftigen, möchte ich mich zukünftig intensiver mit dem Land an sich auseinandersetzen. Dazu gehören für mich politische, kulturelle, soziale und ökologische Aspekte: Wie hoch ist der Mindestlohn? Welche Sitten und Gebräuche sind üblich? Wie steht es um den Wasser- und Müllverbrauch? Anhand dieser Informationen kann man sich gut auf die Reise einstellen und zum Beispiel bewusst wenig Wasser verbrauchen oder etwas mehr Trinkgeld als gewöhnlich geben.

Neue Kulturen entdecken

Richtig packen

Grundsätzlich sollte man nur das Nötigste mit auf Reisen nehmen. Kleidung lässt sich auch in einem anderen Land waschen und meistens benötigt man sowieso nur die Hälfte.

Was Kosmetik- und Hygieneprodukte betrifft, kann man die eigenen Produkte einfach in kleine wiederverwendbare Gefäße abfüllen, anstatt sich extra Reisegrößen im Drogeriemarkt zu kaufen. Bei Kosmetikprodukten achte ich darauf, dass ich nur noch Naturprodukte verwende, die biologisch abbaubar sind. Ob das der Fall ist, lässt sich einfach über die App CodeCheck prüfen. Falls ihr mehr über das Thema plastikfrei erfahren wollt, lest doch mal Lisas Tipps hierzu.

Zusätzlich habe ich immer eine Stofftasche und eine wiederverwendbare Trinkflasche bei mir. Des Weiteren kann man noch eine Lunchbox mitnehmen, um unterwegs Brot oder Essen to-go einzupacken.

Ein weiterer einfach umsetzbarer Schritt ist es, Flugtickets oder Hotelreservierungen in die Cloud am Smartphone zu laden. So spart man den Ausdruck und hat gleichzeitig die Dokumente gesichert.

Und ein letzter Tipp: bevor die Reise los geht, unbedingt darauf achten, dass alle Elektronikgeräte komplett ausgeschaltet sind. Laut Umweltbundesamt kosten Geräte, die unnötig auf Stand-by geschaltet sind, deutschlandweit vier Milliarden Euro pro Jahr an Stromkosten! Denkt an eure Stromrechnung.. 🙂

Ihr seht, es ist gar nicht so schwer den Fokus auf Nachhaltigkeit zu legen und vieles machen wir sicherlich bereits unbewusst. Habt ihr noch weitere Tipps und Ideen zur Umsetzung? Verratet es mir in den Kommentaren!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s