Ein Tag in #Santorini

Wir kämpfen uns durch verwinkelte Gassen, durch Menschenmengen, das Ziel klar vor Augen. Um uns rum gezückte Handys und Kameras. Gelangweilte Männer und schöne Frauen in wallenden, weißen Kleidern, die auf das perfekte Foto aus sind. Noch eine weitere Ecke und dann taucht sie endlich auf – die Kulisse, bekannt durch Postkarten, Feta-Verpackungen und natürlich den Sozialen Medien: Weiße Kirchen mit blauen Kuppeln. Santorini, wir sind angekommen!

Santorini

Santorini gilt als die griechische Trauminsel schlechthin und lockt täglich tausende Besucher an. Im Hafen kann man riesige Kreuzfahrtschiffe beobachten, die die Touristen für ein paar Stunden auf die Insel bringen. Daneben gibt es aber auch einen kleinen Flughafen, für alle, die länger bleiben wollen. Auch ich wollte während meines Kreta Urlaubs unbedingt einen Tagesausflug nach Santorini machen und so entschlossen wir uns, die dreistündige Fährenfahrt von Heraklion nach Santorini zu buchen.

Santorini

Obwohl die Vulkaninsel wirklich sehenswert ist, hat mich der Besuch eher nachdenklich gestimmt:

Auf der Insel leben etwa 20.000 Einwohner. In der Hauptsaison kommen täglich um die 35.000 Touristen. Das Gedränge in den kleinen Städten ist also immens. Preise steigen in die Höhe und leider verhalten sich manche Touristen den Einheimische gegenüber auch respektlos. Für das perfekte Bild betreten sie fremde Grundstücke oder klettern auf die Wohndächer. Mir ist durch diesen Ausflug mal wieder klar geworden, wie sehr sich unsere Wahrnehmung durch Instagram und Co. verzerrt hat: Wir tun alles für die eine optimale Aufnahme und lassen uns so sehr vom Schein leiten. Oft genießen wir nicht mal mehr den Augenblick, das Hier und Jetzt.  Wozu jeden Moment mit der Außenwelt teilen? Manchmal ist es doch viel schöner die Eindrücke nur für sich zu genießen.

Dächer in Santorini

Trotz allem möchte ich euch natürlich noch ein paar handfeste Tipps für Santorini mitgeben:

Was ihr wissen müsst

Santorini besteht aus mehreren kleinen Inseln, die ringförmig um eine vom Meer gefluteten Caldera liegen. Ursprünglich war die Insel rund, wurde aber durch einen Vulkanausbruch auseinandergebrochen. Die Legende sagt außerdem, dass Atlantis in Santorini war und vor Tausenden vor Jahren im Meer versunken ist.

Hauptmerkmal der Insel sind die vielen weißen Kirchen mit den blauen Kuppeln. Es gibt etwa 400 davon, die vor allem von Seefahrern erbaut wurden. Nach geglückter Seefahrt, haben die Matrosen aus Dankbarkeit Kirchen erbaut.

Die meisten Einheimischen sind im Tourismus und in der Landwirtschaft tätig. Bis in die 80er Jahre wurden v.a. Tomaten angebaut, die zu Ketchup und Tomatenmark weiterverarbeitet wurden. Heute wird spielt lediglich der Weinbau eine bedeutende landwirtschaftliche Rolle, was sicherlich den vielen Sonnenstunden zu verdanken ist.

Cats of Santorin

Wo ihr hinfahren solltet

Die schönsten Motive, die man von den Postkarten kennt, findet ihr in Oía. Das Städtchen kann man in zwei bis drei Stunden gut erkunden. Dabei kann man durch die kleinen Straßen schlendern oder etwas essen gehen. Es gibt außerdem diverse Shoppingmöglichkeiten, internationale Marken aber auch kleine lokale Läden.

Der Hafen für die Kreuzfahrtschiffe liegt in der Hauptstadt Feria. Auch hier finden sich tolle Fotomotive und viele kleine Gassen, die zum Bummeln einladen. Vom Hafen führt eine lange Treppe nach oben in die Stadt. Den Weg kann man wahlweise zu Fuß oder mit der Gondel zurücklegen. Zusätzlich stehen Esel am Wegrand, die einen bei Bedarf den Berg hoch transportieren.

Von Feria nehmt ihr am besten einen der vielen Busse, die nach Oia fahren oder ihr organisiert schon vorher eine Tour.

Charmante Gassen Santorini

Was ihr machen könnt

Santorini ist per se keine Badeinsel. Die meisten Strände bestehen aus schwarzem Sand. Im Süden der Insel findet ihr die Badeorte Kamari und Perissa, die recht hübsch sein sollen.

Die beiden Städte Fira und Oía solltet ihr auf keinen Fall verpassen. Hier kann man defintiv einen Tag verbringen. Besonders schön, soll die etwa 10 km lange Wanderung von Fira nach Oía sein. Plant eure Ankunft in Oía so, dass ihr auf keinen Fall den Sonnenuntergang verpasst. Er soll von dort phänomenal zu sehen sein!

Ansonsten gibt es wegen des Vulkans auch einige heiße Quellen im Meer, die man während einer kleinen Schiffsfahrt oder wenn man mit dem Kanu unterwegs ist, entdecken kann.

Wer das ursprüngliche Santorini entdecken möchte, sollte einen Ausflug nach Pyrgos machen. Das Bergdorf ist die älteste Siedlung der Insel und bezaubert durch seinen Charme.

Segeltour in Santorini

Fazit

Ich bin froh, Santorini gesehen zu haben, auch wenn ich entsetzt bin, wie Massentourismus solche Orte verändert. Natürlich ist gerade dieser lukrativ für die Einheimischen und sie leben davon.. von daher möchte ich gar nicht urteilen.

Für mich war der Tagesausflug jedenfalls völlig ausreichend, deswegen würde ich einen Ausflug mit der Fähre empfehlen, wenn ihr auch auf Kreta seid. Mit einem Kreuzfahrtschiff anlegen, stelle ich mir dagegen etwas nervig vor, da man dann mit noch mehr Leuten auf die Insel losgelassen wird und vermutlich auch nicht so lange Zeit hat die Städtchen zu entdecken.

Kreuzfahrtschiffe in Santorini

 

 

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